Die schlechte Nachricht ist, dass fast jeder Mensch einmal in seinem Leben unter irgendeiner Form von Akne leidet. Geschätzte 80% aller Menschen bekommen sie früher oder später. Aber hey, wenigstens bist Du nicht allein! Pickel sind eine der schlimmsten Plagen im Teenager – Alter. Leider hört es aber danach nicht auf. Nicht nur Teenager sind von Akne betroffen. Auch Menschen im Alter von 20, 30, 40 und so weiter werden von der Erwachsenen – Akne befallen. Die jüngeren Generationen können ihre Probleme in vielen Fällen mit frei verkäuflichen Präparaten in den Griff bekommen. In einigen Fällen muss allerdings ein Dermatologe verschreibungspflichtige Medikamente verschreiben.
Offensichtlich sind also alle Teenager und jungen Erwachsenen irgendwann mal von Akne betroffen, heißt das aber, dass ältere Menschen aus dem Schneider sind? Leider nein! Einige Erwachsene werden erst im Alter von Akne befallen, obwohl sie als Teenager immer eine reine Haut hatten.
Die Erwachsenen – Akne befällt Männer und Frauen gleichermaßen, nur häufig in verschiedenen Lebensphasen. Männer neigen vor allem in der Pubertät zu Akneausbrüchen, Frauen bekommen sie auch in der Menopause. Bei Männern ist die Akne in der Pubertät in der Regel schwerer als bei den Frauen, allerdings breitet die Akne sich bei ihnen durch die Hormonschwankungen der Menstruation schneller aus. Hinzu kommt, das die angewendete Kosmetik den Zustand häufig verschlimmert.
Frauen
Hormonelle Veränderungen durch Menstruation, Schwangerschaft und Menopause beeinflussen den Schweregrad der Akne. So wird auch verständlich, warum eine Hormontherapie gegen Akne bei ihnen häufig wirkt, wenn alle anderen Mittel gegen Akne versagt haben.
Östrogen und Progesteron sind die wichtigsten weiblichen Hormone, wenn es um Akne geht. Menstruation, Schwangerschaft und Menopause beeinflussen alle diese Hormone auf die eine oder andere Weise.
Studien haben gezeigt, dass Akne am häufigsten in der Woche vor der Menstruation auftritt. Dieser Zustand dauert dann etwa eine Woche an und endet mit eintritt der Regel. Die Schwankungen der Sexualhormone rufen die Hautirritationen auf den Plan. Es gibt Hormontherapien, die bei moderaten Akneproblemen während der Menstruation oder Schwangerschaft eingesetzt werden und Frauen helfen können, bei denen andere Behandlungsmethoden versagt haben. Allerdings sind diese Therapien nur mit größter Vorsicht und unter Aufsicht eines Arztes nach vorherigem Hormonbild einzusetzen. Hormontherapien wirken zwar Wunder gegen Akne, gleichzeitig erhöhen sie aber auch das Brust- und Eierstockkrebsrisiko.
“Acnegenic” steht für “akneauslösend” und ist ein Aufdruck, der auf vielen der heute bei Jugendlichen so beliebten Kosmetikprodukten vorhanden sein sollte. Viele Kosmetika verstopfen die Poren und lösen so auf direktem Wege Akne aus. Kosmetika auf Wasserbasis sind deutlich hautverträglicher als die auf Ölbasis. Bei einem Aknebefall mit Läsionen solltest Du aber jede Form von Kosmetik sofort im Schrank stehen lassen, auch wenn es Dich noch so sehr reizt, den Pickel einfach überzuschminken.
Männer
Eine Akne bei Männern ist immer schwerer und tritt häufiger auf als bei Frauen. Dies liegt daran, dass Männer mehr Androgene produzieren. Diese Hormone steuern die Aktivität der Talgdrüsen und regt sie zur Produktion von Talg an, der dann die Haarfolikel verstopft und so zu Pickeln und Mitessern führt.
Der Grund für Akne bei männlichen Teenagern ist fast immer bei den Hormonen zu suchen. Die Veränderungen des Testosterons während der Pubertät führen zu einer Dysbalance der Hormonlevel und lösen Akne aus. Bei älteren Männern wird die Talgproduktion weniger, hört aber niemals ganz auf.
Im Alter von 20 – 25 ist bei den meisten Männern die Akne – Vulgaris (oder “normale Akne”) vorbei. Ein Aknebefall bei älteren Männern ist häufig eine Rosazea, die anders behandelt werden muss als die normale Akne.
Kinder
Interessanterweise haben Neugeborene manchmal Akne-Läsionen im Gesicht. Diese Akne wird als Babyakne bezeichnet und wird durch Hormonschwankungen während der Schwangerschaft und der Geburt ausgelöst. Für die meisten Kinder wird Akne aber erst in der Pubertät ein Thema. Ein Aknebefall im Alter von 2-8 ist möglich, aber selten.
Kinder bilden kaum Geschlechtshormone und damit bilden die Talgdrüsen auch nur sehr wenig Talg. Die Talgproduktion nimmt zu, wenn sie in die Pubertät kommen und hormonelle Schwankungen auftreten.
Familien
Ob Akne erblich ist, ist noch immer nicht klar. Es scheint aber so, als ob Kinder von betroffenen Eltern stärker zu Akne neigen, als solche von Eltern ohne Akneprobleme.
Weitere Informationen:
Ein gutes Video mit einer Übersicht über die Entstehung von Akne und dem Aufbau der Haut findet ihr hier:
Haut Hintergrundwissen – Warum habe ich Pickel? Frau Kahl über Talgdrüsen, Akne und mehr